Bauerngarten

Eigentlich das erste Projekt, welches man als fertig bezeichnen könnte.
Ich weiß noch nicht, ob ich die Riegel streiche, damit sie nicht so neu aussehen.
Das man Altes wieder einbaut stößt ja im Allgemeinen auf ein gewisses Unverständnis, denn im Baumarkt gibt es ja so schöne neue Dinge, wie Jägerzäune u.v.m..
Als ich das letzte Feld einhängte, frage mich eine alte Frau, ob ich denn den ganzen Zaun noch streichen möchte, denn “mit den neuen Lasuren mache das ja immer so eine Arbeit, ihr Mann streicht alle drei Jahre…
Früher habe sie Altöl genommen, dass hielt ewig”.

Ich komme in Versuchung, ist das eigentlich verboten?

Eigentlich haben wir nur für die Optik und den Spaß einen immensen Aufwand getrieben:

Die alte Fläche auskoffern,
die neue Erde rein.
Granitsäulen besorgen,
an Ort und Stelle verschaffen,
Granitsäulen setzen. (Da hatte ich sogar noch Ärger mit der Straßenmeisterei, denn ich könnte die Granitsäulen auf die Grundstücksgrenze setzten, dann hätten sie aber Probleme mit dem Schneepflug und dem Schnee… Nachdem Cheffe vor seinen Untergebenen mir lautstark seine Meinung kundtat, im Glauben, dass preußisches Auftreten und Wappen am Auto bei meiner dekadenten Generation noch Erfolg hat, und ich ihn dann genauso lautstark mit Argumentekeule bearbeitete, kam es dann zu einem Kompromiss, und die Jungs von der Straßenmeisterei mögen mich jetzt besonders, ich glaube, sie würden auch gern ab und zu den Chef anschreien.)
Die alten Zäune besorgen,
abbauen,
entnageln,
die Latten sortieren,
die Latten auf Länge schneiden.
Neue Riegel besorgen,
und alles Aufnageln.
Die alten Halter besorgen,
entrosten,
streichen,
einbauen.
Die Buchsbaumhecke pflanzen,
den Weg pflastern,
den Ziegelweg pflastern.
Unkrautzupfen, all die Abende…
… und das alles nur, damit man ein paar Blüten stilecht fotografieren kann.

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