Der Sommelier in mir

Eigentlich kann ich sie nicht leiden, diese Sommeliers in den Zeitschriften, die mit elitär-wichtiger Miene den Wein loben, sie tadeln nicht, sie strafen durch Nichtbeachtung.

Diebisch freue ich mich dann und wann über die Ergebnisse von Blindverkostungen, wo der Billigwein gegen den Teuren gewinnt, weil die Rezeptoren eben nicht das Etikett lesen können.



Gestern kauften wir einen Erdbeerwein, der Flasche wegen.

erdbeerwein gekauft 01
Kurz genippt und den Sommelier in mir geweckt.

Über Bord mit der Nichtbeachtung, direkt zum Angriff, klare Worte sind gefragt!

Kippt das Zeug in den Abfluss und entzieht der Firma die Lizenz!
Eine Vergewaltigung der Geschmackspapillen, was die aus den schönen Erdbeeren gepanscht haben!
Ich geifere wie der Marcel R.-R. zu seinen besten Zeiten.

Ich spucke nicht so dekadent lässig in Eimerchen, sondern überlasse das Glas der letzten Essigfliege des Jahres, die es nutzt, um sich ein Bad zu gönnen und im Wein zu ertrinken.
Ein schöner Tod – oder eben auch nicht, zumindest nicht in diesem Wein!

Dann kippe ich alles in die Spüle und wasche die Flasche ab, um dort einen Wein zu platzieren, welcher der Flasche würdig ist.

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