Der Vollblutgärtner und die Kammern des Verrottens

Biomasse,

Küchenabfall,

Kompost,

all dies sucht eine Heimat.

Auf dem Lande, wo jeder eine Menge Platz hat, herrscht trotzdem eine rege Kultur der Biotonnennutzung seitens der älteren Semester.

Verwunderlich, und noch verwunderlicher sind die Begründungen dafür:

Ratten,

Getier im Allgemeinen,

UND DER GESTANK!

Ich weiß ja nicht, wen oder was die Senioren dort so vergraben, aber die Probleme hatten wir in den letzen drei Jahren nicht.

Trotzdem wurde die alte Sammelstelle zu klein und soll im nächsten Jahr einem Baumhaus nebst Kinderspielplatz weichen.

Stratgischerweise legten wir deshalb neulich einen Kompost im Hausgarten an.

Multifunktional.

Kurze Wege für die Küchenabfälle und meinereiner, der sie immer rausbringt.

Kurze Wege für die Hühner, die dort im Einklang mit sich selbst scharren sollen und für die Gärtner, die im Hausgarten, nach meiner Theorie hauptsächlich Erdbeeren für einen gelungenen Erdbeerwein, ziehen sollen.

Der Kompost war die Gartenherausforderung des letzten Jahres und der eines der Lieblingsthemen von Anne in all den Jahren.

Jedenfalls war der Plan, dass wir endlich einen anständigen Kompost anlegen, denn wir haben nicht nur einige Portionen unvertilgtem Babybrei den Gammelpilzen zu übergeben, sondern auch jede Menge anderer Dinge organischer Natur, die im allgemeinen Gartenbetrieb so anfallen.

Beobachtungen zeigen, dass jeder Kompost immer zu klein ist und deshalb errichteten wir ein etwas größeres Bauwerk mit vier Kammern. 3 für jeweils 1 Jahr und die Vierte zum Umsetzen.

Die Größe war auch dem Umstand geschuldet, dass ich zum Graben der Löcher für die Pfosten einen Bagger zur Verfügung hatte, wissend, dass dort jede Menge Ziegel von den alten, eingefallenen Schweineställen im Boden lauerten, die das manuelle Graben zu eine Sklavenarbeit machen ( das hab ich beim Kartoffelbeet, der Bromberhecke und dem Fliederbaum gelernt).

Als ich damit fertig war, war ich selbst von den Dimensionen überrascht.

Egal…man wächst mit seinen Aufgaben und der Kompost auch….außerdem wollen die Pferdefreunde die Ausscheidungen ihrer Lieblinge ja auch ab und an entsorgen.

Nachdem ich rituell mit etwas Kaffeesatz das Kompostieren eröffnet habe, lade ich Regenwürmer und Bakterien und Pilze aller Art zum Festschmaus ein, auf das es in vier Jahren heisst:

Wohlan zum fröhlichen Sieben.

RELOADED: Das Baumhaus wurde gestrichen, jetzt steht der Sandkasten da. Der Pferdemist landed in Hülle und Fülle auf unserem Hof und zwei Kammern waren letztes Jahr bis zum Rand befüllt und als die Kürbisse fertig waren, war der Pferdemist auf die Hälfte zusammen gerottet. Die Kürbispflanzen, die die Schnecken übrig gelassen hatten, waren gigantisch und die Kürbisse (Hokaidos) waren so gut, dass wir dieses Jahr an anderer Stelle noch so ein Beet planen.

 

Noch einmal reloaded: Wir haben jetzt auch ein extra Kürbisbeet, die Hühner wohnen woanders und das Umsetzen haben wir uns bisher gespart…

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One thought on “Der Vollblutgärtner und die Kammern des Verrottens

  1. […] Die Hecke steht nicht mehr da, denn die Himbeeren haben kein Licht bekommen. Jetzt steht der Kompost an der Stelle. Die Brombeeren freuen sich jetzt über das Gerüst und die Himbeeren wurden in ein Beet gepflanzet […]

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