Die 39 Teil II

Die Vorgeschichte gibt es hier>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>

Er malt ein Weltuntergangsszenario, nie wieder Versicherungsschutz, das schlimmste Los für einen Deutschen, gleich nach dem Verlust von Ordnung und Sauberkeit.
Zeit für eine Sozial- und Verhaltensstudie.

Der Lila Zaun Mann ereifert sich weiter. Zeigt seinen Ordner, indem er penibel seine Eingaben seit 2008 dokumentiert hat.

Bürgerstunde im Gemeinderat.

Ich sitze praktischerweise am virtuellen Netz, mit gutem Blick auf beide Seiten und genieße das Pingpong.
Bürgermeister hier, in der gegnerischen Hälfte der Bürger T.

Überschwemmung, wenn der Graben/ der Bach nicht geräumt sei!
Die Flut kommt!

– Er klingt wie Noah seinerzeit!

Keine Versicherung wird ihn je wieder als Kunden haben wollen!
Stigmatisiert für die Ewigkeit! Das war nach dem Sturm genauso!

Der Witz ist: Er liegt komplett falsch und ist verrannt in seinen Irrtum.
Genau die Art geistiger Auswüchse, die alte Männer dann und wann befällt und sie glauben lässt, sie müssten jetzt alle Bäume fällen, das Bachbett betonieren oder Asphalt im Vorgarten ist eine gute Idee für die Ewigkeit.
Eine fixe Idee in Kombination mit Altersstarrsinn als zentrales Lebensmotiv.

Seine fixe Idee:
Ein Bach ist eine Abfluss für Oberflächenwasser und wenn der nicht schön sauber und gerade ist, kann das Wasser nicht abfließen, das ist bei seinen Arterien auch so.

Seine Schlussfolgerung:
Wir werden erst absaufen und dann ertrinken und bekommen dann nie wieder eine Versicherung.

Sein Irrtum:
Schilf biegt sich bei starkem Wasser um, hält mit den Wurzel das Ufer fest und steht nach dem Unwetter wieder schön da. Nebenbei gesagt, gibt es oberhalb einige Durchlässe, die ihre Aufgabe nicht ganz erfüllen und deswegen den Wasserverlauf erzeugen, der bei seinem Haus dann wieder in den Bauch mündet. Mit dem Bewuchs hat das aber nichts zu tun, der widerspricht nur seiner persönlichen Einstellung.
Überflutungsflächen, Bremsen des Wassers und Uferbepflanzung ist aktiver Hochwasserschutz und eine Rutschbahn für die Fluten ist das Gegenteil. Es fließt vielleicht an seinem, mit Leitplanken verbauten Grundstück vorbei, flutet aber die Grundstücke am Unterlauf richtig kräftig, direkt und zeitnah. Das hat etwas vom St. Florians Prinzip: Heiliger Sankt Florian / Verschon‘ mein Haus / Zünd‘ and’re an!
Wie egoistisch der Herr eigentlich ist!
Innerlich rufe ich: Bürger – trage dein Kreuz!

Nach der ersten erfolglosen Attacke resigniert er scheinbar erst einmal
– das ging aber schnell! Ist die Party schon vorbei?
Der Bürgermeister hätte kein Verständnis, er wohnt ja auf dem Berg, er will aber jetzt keine Floskeln hören, sondern konkrete Zusagen, sonst schreibt er einen Brief an das Staatsministerium.

Herr Michel, ein wirklich prototypisch Obrigkeitsgläubiger, wird zum Wutbürger, weil der Bach von der Obrigkeit nicht so geräumt wird wie er sich das vorstellt, sein Verständnis von Ordnung und Sauberkeit wird mit Füßen getreten!
Er ist alt, kann es leider nicht mehr in Eigeninitiative diesen Ökowald weiter oben roden, weil es nicht sein Grundstück und es Aufgabe der Gemeinde ist.
Was er nicht weiß: selbst die Gemeinde darf es nur an ein paar Tage im Jahr machen.

Die Hauptrepräsentant der kommunalen Politik reagiert in volksverachtender Weise und versucht den ärgerlichen Bürger mit Floskeln abzuspeisen. Unser Bürgermeister ist in dieser Hinsicht Profi und mit den Floskeln kennt er sich aus.
Der zukünftige PEGIDist sieht sich in seinen Vorurteilen über Politiker bestätigt und droht, dem Staatsministerium einen Brief zu schreiben.
Ich muss schmunzeln.
Der glaubt wirklich, das Staatsministerium interessiert sich für ihn und glaubt auch, dass den Bürgermeister ein Brief aus dem Staatsministerium interessiert.
Der hat es echt nicht kapiert – tut es nicht – wenn es nicht ein positiver Fördermittelbescheid ist.

Wie geil ist das denn????
Der hatte Jahre Zeit das System zu verstehen und glaubt wirklich, dass das System sich wirklich für ihn da ist und es soetwas wie Leistung und Gegenleistung gibt!
Kurz: Das tut das System intersessiert sich nur für einen, wenn er die Steuern nicht pünktlich überweist oder anderswie renitent ist.
Der wird sich wundern, wenn die Rente nicht mehr kommt und die Bank sich seine Einlagen gesichert hat. ER weiß nicht, das er Beute des Staates ist. Aus Sicht der 1% ein perfektes Exemplar.

Gong zur nächsten Runde.
Hartnäckiger Bursche!
Er will den Bürgermeister festnageln, aber dieser erklärt, dass wir nur 3500€ für alle Gewässerunterhaltungsmaßnahmen in der ganzen Gemeinde haben und das man nur punktuell was machen könne.

Das interessiert den besorgten Bürger nur insofern, solange das Punktuelle oberhalb seines Bachabschnittes ist und möglichst bald geräumt wird.

Der Bürgermeister weiß mittlerweile, dass es um meinen Bachabschnitt geht und betont, dass es auch Bürger mit anderen Ansichten zur Ufergestaltung gibt. Er wird mir an dem Abend richtig sympathisch.

Ich bin mit Genießen beschäftigt und lasse den Bürgermeister einen Kampf kämpfen, dessen Ergebnis klar ist, wo zwei sich streiten und ich gewinne.

Ein anderer Gemeinderat legt nach, das es hier nicht darum geht, Einzelinteressen zu bedienen, sondern mit den Mitteln der Gemeinde etwas voran zu bringen.

Der Bürger kapituliert, verlässt grollend den Saal.
Schade, schon zu Ende.

Mein Mitleid hält sich in Grenzen, er hat mich auch neulich wegen der Höckergänse angezinkt. Die würden zu laut machen, in einem Dorf, wo auf einen Einwohner mindestens 5 Gänse kommen.

Hat er jetzt was über das System gelernt oder schreibt er einen Brief ans Ministerium?

Wie es weitergeht, erfahren wir in Kapitel 3.

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