Ernüchternd

Auf meiner Suche nach der perfekten Innenarchitektur suche ich manisch nach guten, ausbaufähigen Ideen, fotografiere interessante Lösungen und sichte all die Bücher, die geschrieben und bebildert wurden, um dem Häuslebauern in Deutschland seine Beschränktheit aufzuzeigen.

Ehrfurchtsvoll blättere ich mich wieder mal durch einen Bildband.
Französisches Landleben – Landhäuser der Provence oder so ähnlich.

Ich neige mein Haupt und erstarre ob der in Szene gesetzten Schönheit.

Doch da entdeckt mein bautechnisch geschultes Auge Wasserflecken an der Wand…


Haben die bei Drainage gepennt?
Ich blättere weiter.
Ein Schalter direkt an der Zarge der Tür?
Wie geschmacklos!
Ein Kabel einfach so gewickelt?
Haben die den keine Unterputz-Kabelbahnen?
Lichtschalter und Steckdose um 25cm versetzt?
Wer hat denn das geplant?
Bilderrahmen am Stuck aufgehängt?
Aua!

Ich stehe ja nicht auf Baumarkt Standardlösungen, aber die Jungs sollten sich echt mal ein paar Gedanken bezüglich der Details machen.
Konsequenz:
Wir brauchen uns nicht zu verstecken.
Wenn ich die Tapete hier noch runterkratze und ein paar alte Dinge ins rechte Licht rücke, könnte man hier doch ein paar ganz passable, stimmungsvolle Aufnahmen machen.

Noch eine Beobachtung:
Witzig ist im Allgemeinen, dass die Wande zwar nass sein mögen, der Putz seine besten Zeiten auch schon hinter sich hat und die Elektroinstallationen dem Handwerker die Lizenz kosten sollten, aber die Weinflaschen und die Gebrauchsgegenstände sind alle tip top sauber.

Andere Wertehierarchie?

Grübelnd steige ich wieder in den Graben und baue ein Drainage nach DIN Vorschriften…

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