Hau Ruck

Schön, wenn die richtige Technik der Nähe wohnt.

Unsere Pflaume hatte bei Kyrill ihre gespaltene Persönlichkeit offenbart und ein Teil von ihr hatten wir stehen gelassen.
Neulich lagen wir beim Mittagsschlaf, als es plötzlich kracht.
Spontan dachte ich, dass der Nachbar wieder eins von seinen, mit schöner Regelmäßigkeit schief gehenden Bauexperimenten veranstaltet, was er Sonntags um diese Uhrzeit eigentlich gar nicht tun dürfte und so hielt sich mein Mitleid in Grenzen.
Dann will ich doch wissen, ob und was passiert ist und spähe hinaus.

Kein Baum da.
Alles so leer hier.
Die Pflaume, der Teil, der noch lebte, hatte sich auf eine bequeme Pflückhöhe geneigt.
Wird wohl nichts mit Pflaumenmus dieses Jahr…
… und auch nichts aus meinem Rankrosen Projekt…

Egal, Plaumenholz ist auch schön.
Kettensägen raus, und das Teil passend geschnitten, das gute Holz ins Lager und vom Rest ein zünftiges Lagerfeuer…
Beim Gedanken an den Stumpf, bekam ich allerdings Rückenschmerzen.
Ich hatte es beim Nachbarn gesehen.
Das tagelange Graben…
… die Schinderei…
… die Schmerzen…
Nein danke!

Gefragt – Getan.
Hau ruck und weg! Mit Stumpf und Stiel…

Witzig ist übrigens, dass niemand das richtig mitbekommt. Selbst nahe Nachbarn, die jeden Tag vorbei fahren nehmen die Veränderung nicht wahr.
Wenn man also einen Baum ohne Genehmigung weghackt, fällt das also nur dem Nachbarn auf, der dich sowieso auf dem Kicker hat.

Oder anders: Salamitaktik – gelernt in der großen Politik.
Ein paar Sanitäter…
Ein paar Soldaten zum Schutz der Sanitäter.
Ein paar Soldaten mehr zum Schutz von xy.
Ein paar Jets zur Aufklärung zum Schutz der Soldaten.
Ein paar AWACS zum Schutz der Mission der schützenden Soldaten.
… ein Schelm…
… und so schneidet man Bäume in Zukunft scheibchenweise weg…

Related Images

Leave a Comment