Prelude für Käse

die Idee war es, sich mal an Käse auszuprobieren.

Hier eine Zusammenfassung meiner ersten Eindrücke beim Käse machen.
Dieser Eintrag spiegelt ausdrücklich die ersten Eindrücke auf dem Weg zum perfekten Camenbert wieder, Rezepturen und Zeiten sind variabel, für Schäden die Ihnen dadurch entstehen haftet der Autor nicht und liebe Kinder: macht das bitte nie, wenn nur die Mutti zu Hause ist.

Es ist ein am Anfang bisschen Sauerei und riecht auch etwas…

Beachtlich ist, dass der Mensch schon seit tausenden Jahren Käse macht, aber die dokumentierte Wissenslage im Internet eher dürftig ist. Gute, brauchbare Beschreibungen habe ich zwei gefunden, mäßige 5, die sich allerdings in der Temperatur bei der Reifung nicht ganz einig waren.
Ich werde mal versuchen, etwas Idiotensicheres auf die Beine zu stellen, allerdings in separaten Artikeln.

In unsere heutigen Folge, geht es in der Prelude um die allgemeinen Erfahrungen, die man so machen kann.

Man sollte nie Geld in die Hand nehmen, für Dinge, von denen man nichts versteht.
Also wurde erst einmal billig angefangen.
Es wurden Dosen gesammelt, die Behälter von Gummibärchen, die großen, Joghurteimerchen oder Windeln.

Windeln im Sieb machen die besten Ergebnisse. Das sieht richtig urig aus.

Da die Käse der Reihe nach gegessen werden sollen und um sich einen Überblick zu verschaffen plant der Stratege Folgendes:

Feta, 2 Tage, fast frisch
Gorgonzola, wie Feta, aber mit Blauschimmel,
Camerbert, Rotschimmel, 1 Woche
Camenbert Blauschimmel, 2 Wochen,
Camenbert normal, 3 Wochen

Das Spiel begann mit 40 l Rohmilch.
Für den Verdauungstrakt des normalen Mitteleuropäers stellt frische Kuhmilch mittlerweile eine Herausforderung dar, deshalb ist es nicht so ratsam, sie pur zu trinken.
Man kann sie pasteurisieren, muss es aber nicht.
Das normale Rezept geht davon aus, dass man tote Milch kauft und sie mit Joghurt und Buttermilch wieder zum Leben erweckt.
Wenn man aber ein paar Freunde im ländlichen Raum hat, die die Wiederkäuer täglich um Milch erleichtern, kann man die ja mal fragen. Ökobauern geben auch manchmal Milch ab, die nur gekühlt wurde.

Das Lab habe ich als Teil eines Startersets bekommen, bestellt hatte ich auch ein paar Blätter von dem Camenbert Einpackpapier, die Formen, die es mit gab, fand ich viel zu klein.

Am Besten sieht man es beim Gorgonzola, dort habe ich die großen Gummibärchen Dinger voll gemacht und nach zwei Tagen abtropfen und trocknen waren nur noch 5 cm übrig, die waren dann aber so, wir man sich einen anständigen Feta vorstellt.

Angesetzt wurde an zwei Tagen, da man an einem Tag, den mit Blauschimmel geimpften Bröseln, für den Camenbert blau macht, damit man dann so etwas wie Dana blue bekommt.
Außen Camenbert, innen Blauschimmel.

Fazit bisher:
Der Käse reift seit 1,5 Wochen.
Geruchlich ein Desaster, optisch fragwürdig, aber geschmacklich durchaus respektabel.

Eine interessante Erfahrung in diesem Zusammenhang war, wie ungewohnt es ist, Käse aktiv verschimmeln zu lassen und davon ausgehen zu müssen, dass der Schimmel wirklich was Gutes ist, was allen Erfahrungen und Sozialisierungen widerspricht.

Jetzt muss ich erst einmal die Erfahrungen sortieren und ein paar weitere Versuche starten…

Nachdem der Camenbert zwar reift, aber ausläuft, habe ich beschlossen mir doch ein Buch zu kaufen.

Der Käse ist jetzt weitestgehend verzehrt, meinem Magen geht es gut und Käseglocken aus Glas sind eine gute Anschaffung und was dem Einen seine Guppies im Aquarium, ist dem Anderen sein Penicillium Candidum in der Glasglocke.

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