Rosinenwein

Ich bin ja Purist.

Hier das Rezept für einen 20 Liter Ballon.
4 kg Rosinen – das sind 16 Packen a 250 Gramm
4 kg Zucker – 4 Packen a 1 Kg
Portweinhefe
14 l Wasser
ein halbes Jahr Zeit

rosinenwein

Schmeckt wie ein Sandemann. Hat die Farbe wie ein Whisky, macht keine Kopfschmerzen und auch keinen Brand.
Wenn man ihn eher Trocken mag reichen die 4 kg Zucker zum Start, ich habe gerade einen Trockenen und einen Lieblichen am Start und auch wieder in der Pipeline, außerdem läuft gerade ein Experiment mit nachträglich hinzugefügten gerösteten Eichenspänen für den Barrique Geschmack.
Man kann besonders den Trockenen hervorragend zum Kochen benutzen, überall wo Sherry oder Weißwein verlangt, kann man es einmal damit probieren. Ich lag noch nie falsch.

Zubereitung:
Ich lasse die Rosinen immer über Nacht einweichen. Zum selben Zeitpunkt setze ich den Starter an.
Starter: 0,3 l Apfelsaft, 2 EL Zucker, etwas noch lebenden Wein, Bodensatz aus einem älteren Wein, (das geht auch, denn die Hefe vermehrt sich dann wieder fröhlich und den alten Kram der sich unten absetzt muss man ja nicht unbedingt in den jungen Wein kippen), oder ¼ aus dem kleinen Fläschchen Portweinhefe aus dem Baumarkt oder dem Drogisten deines Vertrauens.
Die Rosinen sollten etwas weichen, besonders wenn sie geschwefelt sind, sollte man das Wasser gründlich abgießen. Ich habe schon einen Pürierstab und einen Mixer hingerichtet, bei dem Versuch frische Rosinen in für Hefe handlich Formate zu schnipseln.
Das Ganze in einen Ballon.
Den Zucker schütte ich einfach so dazu. Ich löse ihn nie auf, denn wenn ich den Ballon sowieso jeden Tag schüttele ist der Zucker nach 3 – 4 Tagen auch aufgelöst.
Tag 1:

rosinenwein

Umgekippt sind bei mir nur die Trinker, noch nie ein Ballon.
Nach einem Tag bei 20 Grad startet die Gärung.
Ich lasse die Rosinen drinnen, bis es nur noch alle 2 – 3 Tage mal blubbert, sprich die Gärung fast fertig ist.
Das Gute oben ziehe ich ab, es ist dann schon schön klar.
Der grobe Teil kommt durchs Sieb (damit will ich Mal die Hühner füttern, wenn wir welchen haben und sehen, was passiert,)

RELOADED:

Es bekommt ihnen gar nicht

und das was nicht so klar ist, aber auch nicht im Sieb bleiben will, kommt in extra Flaschen für den Glühwein. Diese Flaschen sollte man aber unter Kontrolle haben, denn wenn die Gärung in den Flaschen weiter geht, macht man beim nächsten Öffnen in der Küche den Formel Eins Gewinner….
…ist meistens nichts so viel und sie leben ja auch nicht so lange…

Ich hatte auch noch nie Probleme mit dem Klären, wenn die Hefe das Zeitliche segnet, braucht man nur etwas zu warten und die Sache klärt sich von Selber. Schwefeln braucht man auch nicht, ich lasse ihn einfach im Ballon und selbst wenn er da ab und zu etwas Sauerstoff bekommt, fördert das nur seinen Sherry Geschmack. In Flaschen hat er hier sowieso kein langes Leben.
Der Witz sind die Kosten.

… Prost!

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6 thoughts on “Rosinenwein

  1. […] Noch mal Nachlesen auf pimpmybauernhof… …tatsächlich: nur 4 Kg Rosinen auf 20 Liter. […]

  2. Andreas fasterding

    Hallo ihr seit der hammer

  3. Rabea

    Hallo 🙂
    Ich hab mich dann dieses Jahr endlich mal an den Rosinenwein gewagt… Leider entspricht das Ergebnis nicht den Erwartungen, denn wie ein trockener Sandemann schmeckt er leider wirklich nicht. Ich frage mich, ob ich irgendwo einen Fehler eingebaut habe und würde mich freuen, wenn du mir einen Tipp geben kannst, wie ich es besser machen kann 🙂
    Ich hatte 2 kg Weinbeeren (Thompson Seedless), 2 kg Zucker, Portweinhefe und 7l Wasser im Gärballon. Hab es komplett als Maische gären lassen, dann grob gefiltert, es weiter gären lassen und schließlich noch fein gefiltert. Eine Referenzmenge habe ich noch auf den Hefen stehen lassen um zu sehen, ob der Geschmack sich verändert. Das Ergebnis ist allerdings bei beiden Weinen gleich: Ein sehr süßer Wein, der stark an Eiswein erinnert . Nicht schlecht, nur halt anders als erwartet. Ich reiche ihn jetzt eisgekühlt als Aperitiv, kommt zwar auch gut an, aber das Sherry-Ergebnis hätte ich lieber gehabt 🙂
    Viele Grüße aus Kiel

    1. Eiswein ist auch eine leckere Sache…

      Mir fällt dazu ein, dass ich den 20 l Ballon mit 3 kg Zucker am Start ansetze, 2 kg bei der Hälfte des Ansatzes ist vielleicht etwas viel un wenn die Beeren auch noch sehr süß sind.
      Normalerweise muss ich aber 1-1,5 kg nachzuckern.
      Außerdem habe ich nach dem Abziehen immer viel Luft im Ballon. 25 Liter Volumen, 20 Liter Masse – 4 kg Maische weg nach dem Sieben und dann noch mal das Feine gefiltert, dann ist der Ballon meist nur noch halb voll und steht dann so ein halbes Jahr.
      Sherry steht ja auch offen da und hat an der Oberfläche nur so eine Schicht und man kippt die neue Ernte immer ins oberste Fass.

      Erzähl mir mal, wie es ausgegangen ist :-).

  4. Udo

    Habe gerade 120 L. im Fass. 25 kg Rosinen 25 kg Zucker 350 ml milchsäure 40 gr. Hefenährsalz und tokaj Ansatz von arauner. Bereits einmal abgezogen. Angesetzt am 6.12.15 hat jetzt schon 16,5 Prozent und blubbert noch ordentlich. Werden wohl wieder 18 prozent. Meine jagdkameraden aus Ungarn und Slowakei sind immer begeistert. Lieblich und am nächsten Tag keine Kopfschmerzen.

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