Sperrmüll

…und wieder einmal türmt sich ein Berg Sperrmüll vor einem Haus in der Nachbarschaft.

Irgendwie seltsam, aber beängstigend konsequent:
erst kommt der Rolator, dann der Pflegedienst, dann der Sperrmüll.
Die beiden alten Herrschaften sind noch nicht tot, aber so senil, dass sie nicht mehr allein klar kommen.
Der Haushalt wird von den Angehörigen aufgelöst und alles was ihnen irgendwann mal lieb und wahrscheinlich auch teuer war, stapelt sich in der Einfahrt.

Man denkt dann unwillkürlich daran, was man bei uns in die Einfahrt stellen würden und tröstet sich mit dem Gedanken, dass die Enkel meistens den Style der Großeltern gut finden.
Die nächste Generation macht meistens das Gegenteil der Eltern, in unserem Fall wäre das dann eine Maisonette Mietwohnung im Loft Style mit 3 Stücken hochpreisigem Inventar.

Früher konnte man dann irgendwas Schönes bekommen, was je nach Geschmack der Aufräumer eben nicht oder für uns gerade doch von Wert war, je nach dem, wie man es betrachtete.

Sowohl der Wertewandel bei uns, als auch das Konsumverhalten der Nachlassgeber machen das Ganze nicht mehr so spannend wie früher.
Keine alten Sessel – nur Presspan und Velour.

Sperrmüll eben, sortenrein, nichts mehr von Dauer.

Gruselig.

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