Wieder mal „Sehr gut“

Ich habe wieder gute Laune.
Genauso oft, wie mich die Nachbarn mit dem Kurzrasen und Slumstyle Sitzverschlag beim Ordnungsamt anzeigen, dieses mich mit dem Hinweis auf die Polizeiverordnung zu sich zitiert und ich dann meine Unschuld beteuere, wissend um den Fakt, dass meine Geflügelhaltung nicht nur ortsüblich und damit zu dulden ist, sondern auch noch vorbildlich, wie mir die Frau Kontrolleurin vom Veterinäramt dann regelmäßig bestätigt, genauso oft habe ich Besuch von eben diesem Veterinäramt.
Beim letzten Mal, Anlass waren die Höckergänse, hatte ich sogar vier Mal sehr gut.
Kategorie:

  1. Tiergesundheit: sehr gut
  2. Ernährungszustand: sehr gut
  3. Haltungsbedingungen: sehr gut
  4. Noch irgendwas: auch sehr gut

Alles sehr gut.
Die Nachbarn tun mir dann und wann leid.
Der klassische kleinbürgerliche deutsche Untertan, der beim Blick über den Gartenzaun auf dieses fremde Weltbild sich Hilfe von der Obrigkeit erwartet und dann feststellt, dass die Obrigkeit die Gesetze nicht zu seinen Gunsten ausgestaltet hat.
Genauso, wie der Mann der Probleme mit der 39 hat.

Gestern war es wieder soweit. Dieses Mal waren es die am Nachmittag!!!!!!!!!!!! schnatternden Laufenten!

Davor die Bienen aus dem Bienenwagen („Deine Bienen sitzen auf meinem Kuchen! – Alles klar! Kennst du eigentlich den Unterschied zwischen Biene und Wespe?“), dann der Mist zu Bodenverbesserung (Untere Wasserbehörde), dann die Hähne im Allgemeinen (Ordnungsamt), dann die Stallgröße (Veterinäramt).
Nachdem ich wieder eine Anzeige der Biedermänner kassiert hatte, rollte das Veterinäramt auf den Hof zur spontanen Kontrolle, um den Lärm zu erkunden.

Lärm ist subjektiv, Enten lärmen nie, sondern der Rasenmäher vom Nachbarn.

Sie befährt den Hof und es herrscht Stille. Eigentlich alles wie immer. Es geht nur los, wenn die Enten abends Appetit haben und ab und zu ein Grüppchen in den Stall geht, um zu schauen, ob der Papa mit dem Futter schon da war und dann den anderen erklären, dass es noch nichts gibt.

Nichts zu hören.
Die Enten lungern zufrieden mit sich und der Welt in der Abendsonne rum und jetzt kommt Papas großer Auftritt.
„Einfütterung der Schnabeltiere.“

Schemenhaft zeige ich mich der Meute und schon kommen sie gerannt, um sich den Magen mit Leckerli zu verderben.
18.00 Uhr, weit vor ihrer Zeit und die Hühner gleich mit.
Die Kontrolleurin ist fasziniert von der Darbietung, schreibt mir wieder ein schönes Protokoll und ich hefte es zu den anderen Protokollen, die irgendwann dem Richter erklären werden, dass wir die Guten sind.

Wenn die Enten irgendwann weg sind, will ich dort eine Ziegenbock Pensionshaltung aufmachen, die sind leise, aber anders präsent.
Ich halte das für eine richtig gute Idee.

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One thought on “Wieder mal „Sehr gut“

  1. Norbert Wigbels

    Leider kann man Nachbarn mit „Slumstyle Sitzverschlag“ nur bedauern und bei der internen StylePolizei anzeigen…

    Schade, dass du solche Nachbarn hast!

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